Im Bergfrühling blühen auf der Ramsermatte unzählige Trollblumen; im Hintergrund die Schwalmere.

Wanderung Saxeten-Ramsermatte

Blumenmeer auf der Ramsermatte

  • Saxeten

  • Blattisegg

  • Ausserberg

  • Ramsermatte

  • Saxeten


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 3 h
AUFSTIEG: 550 m
TIEFSTER PUNKT: 1110 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Saxeten/Schulhaus
MERKMALE: Rundwanderung
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 7,4 km
Abstieg: 550 m
Höchster Punkt: 1642 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Mai bis Ende Oktober
Rückreise: Ab Saxeten/Schulhausmit dem Postauto
   

Saxeten ist eine kleine Welt für sich. Rund um das 100-Seelen-Dorf gibt es ausgedehnte Wiesen und Weiden mit viel Kuhglockengebimmel. Auf einer Rundwanderung am Sonnenhang erhält man einen genussvollen Einblick in diese Idylle. Am Schluss der Route 0,9 km auf Hartbelag, sonst durchwegs Naturwege.

Den Bergfrühling braucht man nicht im Frühjahr zu suchen, sondern in der Höhe. Fündig wird man im Juni auf etwa 1400 m, im Juli noch weiter oben. Während im Flachland schon Kirschen und Erdbeeren reifen, blühen an den Berghängen erst die Schlüsselblumen. Auf eindrückliche Weise lässt sich dieser Kontrast der Jahreszeiten etwa im Saxettal erleben. Der weite Kessel am Fuss der Schwalmere öffnet sich Richtung Nordosten mit einer prachtvollen Aussicht zum Brienzersee. Die Uhren ticken hier gemächlich. Im Tal wird vorwiegend Landwirtschaft betrieben. Die von Menschenhand aufgebauten und gepflegten Kulturflächen fügen sich auf reizvolle Weise in die wilde Gebirgslandschaft ein.
Von der Postautohaltestelle beim alten Schulhaus spaziert man das Dorf hoch und steigt auf steilem Weg über Wiesland zum Ankere-Wald hoch. Auf einem weniger steilen Waldpfad gelangt man in zahlreichen Kehren zur Blattisegg, wo man eine schöne Aussicht auf den Brienzersee und das Augstmatthorn geniesst.
Nahezu ebenen Wegs verläuft ein schmaler Pfad taleinwärts zur Hütte von Ausserberg. Von hier führt der offizielle Wanderweg bereits wieder durch den Wald ins Dorf hinunter – eigentlich ein bisschen früh. Daher lässt man den Pfad nun links liegen und schreitet auf der breiten Kiesstrasse weiter taleinwärts. An der Hütte der Alp Fahl vorüber geht es, stets in leichtem Abstieg, zum Hüttchen auf der Ramsermatte. Hier gelangt man wieder auf einen markierten Wanderweg, steigt auf diesem steil zum Holderboden ab und kehrt auf einer Asphaltstrasse nach Saxeten zurück.
Vorher aber lohnt es sich, die Ramsermatte näher ins Auge zu fassen. Die Bergwiese schmiegt sich wunderbar harmonisch in den Hang und ist im Frühsommer ein wahres Blumenparadies. Unzählige Trollblumen, Löwenzahn- und Hahnenfussblüten wiegen sich wie die Wellen eines gelben Meeres im Wind. Dazwischen setzen Knabenkraut und Enzian leuchtende Akzente in Purpur und Blau.
Die einzigartige Idylle ist 2012 mit dem Kulturlandschaftspreis der Region Oberland-Ost ausgezeichnet worden. Ein Teil der ausgedehnten Wiesen wird gemäht, der grössere Teil beweidet. Dazwischen gibt es Feuchtgebiete und Trockenstandorte. Die Vielfalt der Biotope begünstigt einen grossen Artenreichtum. Er zeigt sich unter anderem darin, dass man auf der Ramsermatte zahlreichen Schmetterlingen begegnet.