Der etwas weniger bequeme, dafür viel aussichtsreichere Weg von Adelboden nach Kandersteg verläuft über die Bunderchrinde.

Wanderung Adelboden-Bunderchrinde-Kandersteg

Direttissima quer über die Berge

  • Adelboden

  • Ahorni

  • Bunderchrinde

  • Usser Üschene

  • Kandersteg


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 6 h 30 min
AUFSTIEG: 1210 m
TIEFSTER PUNKT: 1170 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Bus nach Adelboden/Oey
MERKMALE: Passwanderung
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 15,4 km
Abstieg: 1280 m
Höchster Punkt: 2382 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Juni bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Kandersteg mit der Bahn
   

Von weitem sieht die Bunderchrinde aus, wie wenn jemand mit einem riesigen Stock eine gewaltige Kerbe in den Grat gehauen hätte. Der Passübergang stellt die direkte Verbindung aus dem Tal der Engstligen nach Kandersteg sicher – und ist Höhepunkt einer auch sonst sehr attraktiven Bergwanderung. Zu Beginn 3 km auf Hartbelag, anschliessend durchwegs Naturwege.

Die einfache Variante, um von Adelboden nach Kandersteg zu gelangen, führt auf der Autostrasse in einem grossen Bogen via Frutigen. Nur wenig mehr als eine halbe Stunde braucht man dafür. Es gibt aber auch den direkten Weg, der stracks quer über die Berge verläuft. Für diesen benötigt man fast sieben Stunden, denn die Route ist nicht fahrbar – sie verläuft streckenweise nur auf einem schmalen Pfad, der einzig zu Fuss benützt werden kann. Es handelt sich um den Passweg über die Bunderchrinde. Der Übergang aus dem Engstligen- ins Kandertal ist anstrengend, aber sehr lohnend.
Vom Talgrund der Engstlige führt ein Strässchen ins Ahorni, wo das Bunderlebächli überquert wird. Steil durch den Wald aufwärts zieht sich ein Pfad zu den Weiden der Bunderalp. In der Höhe sieht man die senkrechten Flühe des Nünihorns am Gross Lohner. Im Zickzack steil durch Geröllzüge ansteigend erreicht man den grasbewachsenen Kessel des Bunderchumi. Hier zeigt sich die scharf ausgeschnittene Scharte der Bunderchrinde zwischen Gross- und Chlyne Lohner in aller Klarheit. Die Chrinde ( = Kerbe) sieht aus, wie wenn ein Riese sie mit mächtigem Schlag aus dem Berggrat gehauen hätte. Den spektakulären Passübergang erreicht man auf steil ansteigenden Pfadspuren über eine schiefrige Schutthalde.
Oben, am höchsten Punkt der Wanderung, entfaltet sich ein herrliches Panorama: In der Tiefe erstreckt sich das Üschenetal, darüber ragen Doldenhorn und Blüemlisalp auf, rechts vom Gasteretal flankiert, links vom blaugrün schimmernden Oeschinensee. Auf einem schmalen Bergpfad gelangt man in der Südostflanke des Chlyne Lohner zur Wegverzweigung bei Pkt. 2254. In einem weiten Bogen schwenkt die Route südwärts zu den Hütten von Alpschele hinunter.
Über die Alpterrasse gelangt man an ein Fluhband, durch das man steil in vielen Zickzack-Kehren nach Usser Üschene hinuntersteigt. Das idyllische Hochtal, das einzig landwirtschaftlich genutzt wird, ist ein Geheimtipp für Naturliebhaber und Geniesser. Über Weiden und durch Wald geht es nach Eggeschwand hinunter. Ein schöner Spazierweg führt der Kander entlang nach Bütschels und weiter zum Bahnhof Kandersteg.