Blick zurück ins Diemtigtal während des Aufstiegs zur Scheidegg

Wanderung Grimmialp-Scheidegg-Blankenburg

Über die verkannte Scheidegg

  • Grimmialp

  • Alpetli

  • Scheidegg

  • Fromatt

  • Blankenburg


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 5 h
AUFSTIEG: 850 m
TIEFSTER PUNKT: 959 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit dem Postauto nach Grimmialp/Hotel Spillgerten
MERKMALE: Passwanderung
Schwierigkeit: T2 Bergwandern
Streckenlänge: 13,4 km
Abstieg: 1120 m
Höchster Punkt: 1991 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Blankenburg mit der Bahn
   

Im Berner Oberland sind die Kleine und die Grosse Scheidegg bestens bekannt. Daneben gibt es aber noch einen weiteren, viel weniger beachteten Passübergang mit diesem Namen. Eine reizvolle Wanderroute verbindet über ihn hinweg das Diemtigtal mit dem Simmental. Etwas Hartbelag einzig zu Beginn und am Schluss der Route.

Scheideggen gibt es in der Schweiz mehr als ein Dutzend. Die beiden bekanntesten Pässe dieses Namens verbinden das Tal von Grindelwald mit dem Lauterbrunnental im Westen bzw. mit dem Reichenbachtal im Osten. Daneben gibt es im Berner Oberland eine weitere, allerdings wesentlich weniger bekannte Scheidegg. Sie führt vom Diemtigtal hinüber ins Simmental. Auch bei der Diemtigtaler Scheidegg handelt es sich um einen Übergang, der zwei Täler deutlich voneinander «scheidet»: Wer die Passhöhe erreicht, erlebt auf einen Schlag eine geradezu dramaturgisch inszenierte Entwicklung der Perspektive. Jäh weitet sich die Sicht hinüber ins jeweils andere Tal und gibt eine völlig andere Perspektive frei – ein beglückendes Erlebnis, das man als Passwanderer ausgiebig geniesst.
Ausgangspunkt der Wanderung über die Diemtigtaler Scheidegg ist die Postauto-Endstation auf der Grimmialp. Ebenen Wegs wandert man zunächst auf der Strasse zum Senggibach und folgt diesem in leichtem Anstieg auf einem Forststrässchen. Ab Würzi nimmt die Steigung merklich zu. Über einige Kehren gewinnt man im schattigen Bergwald rasch an Höhe und erreicht alsbald die ausgedehnten Weiden des Alpetli. Der Rundblick auf das hintere Diemtigtal, der sich von hier aus bietet, ist bereits vielversprechend.
Mit jedem Schritt wird die Landschaft nun wilder und urwüchsiger. Rechts bieten die schroffen Abhänge des Fromattgrats einen eindrücklichen Anblick, links rücken die bizarren Felsformationen der Spillgerte ins Blickfeld. Nach einer kurzen Kehre durch einen weiten Kessel steht man unvermittelt auf der Passhöhe der Scheidegg. Weit schweift der Blick über die Hügel des Simmentals, über denen als malerisch gezackter Horizont die Gastlosen thronen.
Auf einfachem Pfad erreicht man die Fromatthütte. Danach gelangt man auf einem teilweise sehr steilen, mit grobem Kies bedeckten Alpweg ins Tal hinunter. Nach der Überquerung des Betelriedgrabens umgeht die Route den direkten Abstieg auf der geteerten Strasse, indem sie auf dem gegenüberliegenden Hang durch den Sitewald hinabführt und danach ins Dorf Blankenburg mündet. Die Bahnstation liegt in westlicher Richtung etwas ausserhalb des Siedlungsgebiets.