Links: Eingang zum Schnurreloch; rechts: Picknickplatz beim Zwärgliloch

Wanderung Oberwil-Schnurreloch-Weissenburg

Zeitreise im Simmental

  • Oberwil

  • Schnurreloch

  • Weissenburgbad

  • Weissenburg


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 2 h 20 min
AUFSTIEG: 370 m
TIEFSTER PUNKT: 782 m
VERPFLEGUNG: Picknick aus dem Rucksack
ANREISE: Mit der Bahn nach Oberwil im Simmental
MERKMALE: Familientauglich
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 6,3 km
Abstieg: 430 m
Höchster Punkt: 1190 m
Ideale Jahreszeit: Anfang April bis Mitte Dezember
Rückreise: Ab Weissenburg mit der Bahn
   

Die Wanderung von Oberwil nach Weissenburg ist eine Reise durch die Zeit. Am Weg liegen mehrere Höhlen, die von menschlicher Anwesenheit in prähistorischer Zeit zeugen. Beim ehemaligen Weissenburgbad stösst man auf wesentlich jüngere, aber nicht minder interessante Spuren der Vergangenheit.

Keine spektakuläre Tropfsteinhöhle erwartet die Besucher des Schnurrelochs, wohl aber eine eindrückliche Stätte prähistorischer Besiedlung. In der Steinzeit fanden Menschen in dieser abgelegenen, etwas mehr als 20 m langen Höhle Zuflucht. Anfangs des 20. Jahrhunderts entdeckten dort zwei Schulbuben aus dem nahen Weiler Buuschen Bärenknochen sowie ein Messer, von dem sich herausstellte, dass es aus der Bronzezeit stammt.
Das Schnurreloch wird von Oberwil aus auf einem Bergwanderweg erreicht, der anfänglich über Wiesen und Weiden führt. Beim Wegweiserstandort Schnurenloch zweigt ein (teilweise sehr steiler) Pfad vom Waldsträsschen ab. Im oberen Teil ist die Strecke mit Seilen gesichert. In der Nähe des Schnurrelochs befinden sich weitere Höhlen. Das Mamilchloch, eine feuchte, steil in die Tiefe abfallende und finstere Erdspalte, ist mit Vorsicht zu begehen. Trotz der installierten einfachen Beleuchtungsanlage sollte man eine Taschenlampe mitnehmen. Demgegenüber ist das Zwärgliloch auch für (berggewohnte) Kinder geeignet. Es schmiegt sich als gedeckter Sitzplatz mit befestigter Feuerstelle in die Fluh.
Der Abstieg nach Weissenburg führt in den tiefen Einschnitt des Buuschebachs hinunter. Auf einer Lichtung zeugen die Ruinen des ehemaligen Weissenburgbads von einstigem Kur-Tourismus. Die 1974 abgebrannte Hotelanlage des vorderen Kurhauses wies einen (ebenfalls aufgegebenen) Vorläufer weiter hinten in der engen Schlucht auf.
Über den einstigen Promenaden-Weg, auf dem früher die Kurgäste das Hotel erreichten, gelangt man zur Bahnstation Weissenburg, die am Hang oberhalb des Dorfes liegt. Abgesehen vom anstrengenden, aber relativ kurzen Aufstieg zum Schnurreloch weist die kurze Wanderung nur mässige Steigungen auf, und weil die Route am sonnig gelegenen nördlichen Hang des Simmentals verläuft, eignet sie sich für fast jede Jahreszeit. Selbst im Hochsommer spendet der Badwald angenehme Kühle und willkommenen Schatten.