An der kleinen Holzbrücke, die bei Alvaneu Bad die Albula überspannt, ist diese Warntafel angebracht, die Passantinnen und Passanten vor dem Betreten des nahen Golfplatzes warnt. Danke für den Hinweis, bei Wandernden (die das Brücklein hauptsächlich benützen) weiss man ja nie, was ihnen so in den Sinn kommt. So überfällt sie womöglich plötzlich das Bedürfnis, den Wanderweg zu verlassen, um endlich einmal eine Golfanlage zu besichtigen – doch dann werden sie womöglich von einem heranfliegenden Ball erschlagen…
Die Warnung ist allerdings zwiespältig, denn hier geht es nicht um einen Schleichweg, sondern immerhin um die Schweizmobil-Route Nr. 33 (Via Albula/Bernina). Als Wanderweg dürfte die Strecke bereits seit Jahrzehnten klassiert und ausgeschildert sein. Und jetzt soll das Betreten auf einmal «auf eigene Gefahr» erfolgen? Wer das seltsam findet, möge bedenken, dass viele, sehr viele Dinge im Leben grundsätzlich «auf eigene Gefahr» passieren. Das gilt namentlich beim Wandern, wo man sich in der Natur bewegt und sich entsprechend den damit verbundenen Gefahren aussetzt.
Hier allerdings geht es nicht um Naturgefahren, sondern um eine Gefährdung, die durch Menschen geschaffen wurde. Die Golfplatzbetreiber haben sich denn auch alle Mühe gegeben, die mit «fliegenden Golfbällen» verbundenen Risiken zu minimieren, indem sie die Greens grossflächig mit hohen Netzen umgaben. Anders als mit dem läppischen Warnschild haben sie dadurch gezeigt, dass sie ihre Verantwortung ernst nehmen.