Winterausklang im Engadin

03. März 2016.
Bank mit Besen
Bank mit Besen, bei Ardez (Unterengadin)

Winterwander-Recherchen im Engadin Ende Februar 2016. Winter? Die Schneehöhe variierte zwischen 2 cm (Sonnenhang), 10 cm (Schattenhang) und 30 cm (beschneite Piste). Etwas verloren wirkten die Handbesen und die Schäufelchen, die an den meisten Aussichtsbänken angebracht sind. Die Gerätschaften sind eine nette, ja geradezu fürsorgliche Geste: Wenn es frisch geschneit hat und man sich auf der Bank ausruhen möchte, braucht man sich nicht auf den Schnee zu setzen, sondern kann ihn vorher wegbeseln.

Dann kam der März und mit ihm nach alter Vorstellung das neue Jahr. In den Dörfern ziehen blaugewandete Kinder mit Kuhglocken umher, besammeln sich zwischendurch und singen Lieder. In Scuol und natürlich auch im „Schellenursli“-Dorf Guarda ist der Chalandamarz eine Art touristischer Event. Dahinter steckt aber mehr, nämlich ein traditionsreicher, seit unzähligen Generationen gepflegter Brauch.

Als ich von der Wanderung ins Val Sinestra nach Vnà zurückkehrte (das ist ein winzig kleines Dorf hoch oben über dem Inntal), waren die Dorfkinder zusammen mit den Kindern aus dem Nachbardorf Ramosch gerade in den Gassen unterwegs. Sie läuteten und sangen für ein Dutzend Zuschauer: Eltern, Grosseltern, man kannte sich und man kannte die Lieder – die Erwachsenen summten mit, so wie wohl auch ihre Eltern und Grosseltern mitgesummt hatten, als sie selbst damals durch die Gassen zogen.

Die Wanderungen:
Via Engiadina Winter
Motta Naluns – Scuol
Vnà – Zuort
Vnà – Ramosch