Der Wasserfall des Geltenbachs im Morgenlicht

Wanderung Lauenensee-Geltenhütte

Schutz und Schuss im Lauenental

  • Lauenensee

  • Geltenhütte

  • Chüetungel

  • Lauenensee


REGION: Berner Oberland
MARSCHZEIT: 3 h 50 min
AUFSTIEG: 730 m
TIEFSTER PUNKT: 1378 m
VERPFLEGUNG: Geltenhütte SAC
ANREISE: Mit dem Postauto zum Lauenensee
MERKMALE: Höhenweg
Schwierigkeit: T3 Bergwandern
Streckenlänge: 9,2 km
Abstieg: 730 m
Höchster Punkt: 2057 m
Ideale Jahreszeit: Mitte Juni bis Mitte Oktober
Rückreise: Ab Lauenensee mit dem Postauto
   

Eine reizvolle Rundwanderung führt vom Lauenensee am Wasserfall des Geltenbachs vorüber zur Geltenhütte und ins Alpgebiet von Chüetungel. Dem Tungelschutz entlang geht es zurück nach Lauenen. Einzelne exponierte Stellen sind mit Seilen gesichert. Durchwegs Naturwege.

Ein Schuss braucht nicht zwingend zu knallen. Auch Wasser kann schiessen, nämlich in die Tiefe. Im Saanenland bezeichnet man daher einen Wasserfall als «Schuss» bzw. im lokalen Dialekt als «Schutz». Der Geltenschutz hat jedenfalls nichts mit der Absicherung finanzieller Risiken zu tun – er ist einfach der Wasserfall des Geltenbachs.
Die Kaskade liegt weit hinten am Ende des Lauenentals südlich von Gstaad. Im Aufstieg vom Talboden zur Geltenhütte bietet sie einen prachtvollen Anblick. Gestartet wird bei der Postauto-Endstation Lauenensee. Nach wenigen Minuten erreicht man die Wegverzweigung An der Ledi. Die Richtung beibehaltend gelangt man an den Geltenbach, dem man auf der östlichen Seite taleinwärts folgt.
Der Pfad windet sich in recht steilem Aufstieg zügig in die Höhe. Im Gebiet Feissenberg reduziert sich das Gefälle für eine Weile; hier hat man zugleich die schönste Sicht zum Geltenschutz. Der Wildbach stürzt in zwei aufeinanderfolgenden Kaskaden über nahezu senkrechte Felswände in die Tiefe. Nunmehr auf der westlichen Seite des Wasserlaufs geht es in etlichen Kehren weiter bergan. Am Ende der oberen Felsstufe weitet sich das Gelände zu einem grossen, grünen Talkessel. In der Höhe ist bereits die Fahne neben der Geltenhütte zu erkennen. Nach einem letzten kurzen Aufstieg erreicht man die grosszügig ausgestattete SAC-Hütte, die sich bestens für die Mittagsrast eignet (auch Picknick ist erlaubt).
Den höchsten Punkt der Tour erreicht man einige Minuten später; von der Anhöhe oberhalb der Hütte öffnet sich ein grandioser Ausblick auf das ganze Lauenental, das von der Wispile und den Zwillingsgipfeln von Lauenenhorn und Giferspitz eingerahmt wird.
Der nun folgende Abstieg über die Usseri Gälte ist zwar nur mässig steil, verläuft aber in teilweise exponiertem Gelände und ist deshalb zuweilen etwas ausgesetzt. Hangseitig bieten Drahtseile Halt und Sicherheit. Etwas steiler geht es durch das Gältetrittli im Zickzack hinunter zur Almenegg. Der praktisch flache Alpboden Chüetungel bietet einen kurzen Abstiegsunterbruch. Danach wird es endgültig und längere Zeit stotzig: In unzähligen Kehren gelangt man zurück nach An der Ledi und von dort zur Postautostation Lauenensee. Unterwegs passiert man einen zweiten «Schuss»; die Sicht auf den Tungelschutz wird allerdings grösstenteils von Bäumen verdeckt.

Option: Wen es bei der Geltenhütte noch nach mehr gelüstet, kann eine reizvolle Zusatzrunde anhängen (Streckenlänge 2,4 km, Auf-/Abstieg je 170 m, Marschzeit 1 h). Sie führt im Gegenuhrzeigersinn zunächst am Jägerstein vorbei ins Furggetäli, von dort dann zum Rottal, einem einstigen Gletschervorfeld, das heute eine karg bewachsene alpine Aue ist. Der Bergbach hat eine kleine, aber spektakulär geformte Schlucht geschaffen, die mit einer Holzbrücke überquert wird. Danach geht es in zuweilen steilem Abstieg zur Geltenhütte zurück; eine etwas ausgesetzte Passage ist mit einem Drahtseil hangseitig gesichert. Die Schlaufe ist nicht als offizieller (Berg-)Wanderweg signalisiert; auf Felsblöcken und Steinplatten sind jedoch immer wieder Quadrate in gelber Farbe aufgemalt, welche die Orientierung erleichtern. Auf der untenstehenden Karte ist die Zusatzrunde eingezeichnet, weiter unten folgt die Routenkarte zur Wanderung Lauenen-Geltenhütte.