Talwanderung im Rheinwald

Kleinod in Medels: Das Kirchlein von 1708 besticht durch seine schnörkellose Schlichtheit.

Nufenen - Medels - Splügen - Sufers

Der Talweg durch die Rheinwald-Region eignet sich gut für eine winterliche Wanderung. Die Route weist wenig Höhendifferenzen auf. Am Weg liegen mehrere interessante Sakralbauten.

Wie am Gotthard rauscht der Strassenverkehr auch auf der San-Bernardino-Strecke während des ganzen Jahres durch die Alpen. An vielen Orten im Rheinwald ist es deshalb selten vollkommen still. Trotzdem bietet eine winterliche Wanderung durch das Tal des jungen Hinterrheins genussreiche Erholung und schöne Momente in stiller Schneelandschaft.

Die Strecke wird nach Schneefällen maschinell gepfadet und ist deshalb auch bei den wenigen Abschnitten mit nennenswerten Auf- und Abstiegen gut begehbar. Zuweilen führt der Winterwanderweg parallel zur Langlaufstrecke, dann wieder auf separatem Trassee fern der Loipe.

Die Postautohaltestelle Nufenen befindet sich gleich neben der Autobahnausfahrt. Das Dorf liegt etwas höher am Hang. Beim zentralen Dorfplatz hält man rechts, lässt das Siedlungsgebiet schon bald hinter sich und erreicht offenes Gelände. In leichtem Auf und Ab geht es an vereinzelten freistehenden Scheunen und kleinen Waldbeständen vorbei nach Medels. Das winzige Kirchlein stammt aus dem Jahre 1708. Mit seinem achteckigen schindelbedeckten Turmhelm und dem schlichten Altarraum ist es ein reizvolles Kleinod ländlicher Sakralkunst.

Sanft absteigend gelangt man nach Splügen, dem regionalen Zentrum. Das intakte historische Ortsbild ist geprägt vom Kontrast zwischen einfachen Holzhäusern und prachtvollen palazzoartigen Steinhäusern sowie nicht minder grosszügigen einstigen Säumerherbergen. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Dorfkirche. Das Barockbauwerk fällt durch sein stattliches Auftreten oberhalb des Dorfs auf. Im Inneren wird die grosszügige Raumwirkung durch die leicht erhöhte Eingangspforte unterstrichen: Beim Eintreten hat man den Eindruck, man blicke in eine weite Arena.

In leichtem Anstieg erreicht man die Ruine der einstigen Wehrburg, die von den Herren von Vaz im 13. Jahrhundert auf einem aussichtsreichen Felsrücken hoch über dem Tal errichtet wurde. Durch den Wald gelangt man an den Wissbach und von dort erneut über offenes Gelände nach Sufers. Die Kirche St. Salvator stammt ebenfalls aus der Barockzeit, geht aber auf Vorläuferbauten zurück, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen; der Kirchturm wurde vom gleichen Baumeister entworfen wie jener von Splügen, weshalb sich die beiden Bauwerke äusserlich ähneln. Wer mag, kann eine Zusatzrunde einlegen und den Stausee auf einem ebenfalls gepfadeten Winterwanderweg umrunden.

Marschzeit 3 h 30 min

Streckenlänge 11,4 km

Aufstieg 180 m

Abstieg 330 m

Ideale Saison Ganzjährig begehbar (im Sommer verläuft die Wanderung auf geringfügig anderem Trassee)

Region Graubünden

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