Weisses Hochland am Piz Beverin

Hinter dem Piz Vizan öffnet sich die Gipfelkette des Rheinwalds.

Lohn - Nutschias - Libi - Dros - Mathon

Landschaftlich ausserordentlich schöne und abwechslungsreiche Winterwanderung am Fusse des Piz Beverin. Auf der verschneiten Hochebene von Libi geniesst man eine prachtvolle Rundsicht. Der Abstieg kann mit einer spritzigen Schlittenfahrt verkürzt werden.

In Lohn am Schamserberg ist die Kirche gleich doppelt im Dorf: Das schmucke, auf einem Geländevorsprung liegende Gotteshaus weist nämlich nicht bloss einen, sondern zwei Türme auf - für ein Dorf dieser Grösse (rund 50 Menschen leben dort) ist das ein bemerkenswertes Kuriosum. Man sieht die Kirche weitherum, was umgekehrt bedeutet, dass man vom kleinen Friedhof neben dem Doppelturm ebenfalls eine fulminante Aussicht in die umgebende Bergwelt hat.

Prachtvoll ist die Aussicht auch auf der Winterwanderung, die vom Dorf hangaufwärts nach Libi führt. Ausgangspunkt ist die Postautostation Lohn/Dorf, die vor dem Restaurant Orta liegt. Wenn man um das Gebäude herumgeht, ist man bereits auf der Wanderroute. Nach Schneefällen wird sie jeweils maschinell gepfadet; das Trassee wird gleichzeitig als Schittelbahn genutzt.

In mässigem Anstieg geht es in den Wald und auf breitem Trassee in mehreren Kehren weiter zu einem Tipi-Zelt, in dem im Winter jeweils Fondue-Abende veranstaltet werden. Wenige Schritte oberhalb der Lichtung verzweigt sich die Route. Hier empfiehlt sich, rechts zu halten (d.h. den Rundweg im Gegenuhrzeigersinn zu begehen). Weiterhin im Wald geht es anhaltend mässig aufwärts. Zwischendurch erlauben Lücken zwischen den Bäumen bereits einige Ausblicke zu Muttner Horn und Piz Curvér auf der gegenüberliegenden Seite des Schamsertals, doch mehrheitlich ist die Sicht noch deutlich eingeschränkt.

Das ändert sich schlagartig bei Nutschias. Mit einer scharfen Linkskurve wendet sich die Route Richtung Süden, gleichzeitig wird die Baumgrenze durchbrochen. Der Effekt ist grandios: Der Winterwanderweg wird zum Prachtsboulevard, der eine kolossale Sicht zur Gipfelkette des Rheinwalds erlaubt. Nach zwei, drei aussichtsreichen und weiten Kurven erreicht man die Hochebene von Libi (der Standortname wird auf der zweiten Silbe betont). Wo im Sommer inmitten von saftig grünen Alpweiden ein lieblicher blauer Bergsee liegt, erstreckt sich im Winter nichts als eine weisse, nahezu unendlich weite Ebene. Dahinter reihen sich die verschneiten Gipfel von Domleschg und Schanfigg aneinander, im Rücken hat man den Piz Beverin. Kaum ein Laut ist in der grossartigen Bergstille zu vernehmen. Allerlei Tierspuren verraten indessen, dass hier auch im Winter ordentlich Betrieb herrscht.

Vorerst in leichtem Abstieg gelangt man bei herrlichem Ausblick zum Piz Vizan nach Dros, danach geht es etwas steiler weiter abwärts. Nach einer längeren Waldpartie erreicht man wieder das Tipi-Zelt und kann auf der Aufstiegsroute zum Ausgangspunkt Lohn zurückkehren. Empfehlenswert ist aber auch, nach der Rechtskurve unterhalb des Zelts geradeaus zu halten und ins Nachbardorf Mathon zu wandern. Diese Variante ist besonders attraktiv, wenn man einen Schlitten dabei hat. Die Strecken Dros-Lohn und Dros-Mathon sind als offizielle Schlittelwege ausgeschildert (vom Tipi-Zelt an abwärts sind die beiden Strecken zusätzlich an ausgewählten Abenden beleuchtet). Wenn genug Schnee liegt, lässt sich die Abfahrt ab Mathon sogar bis in den Talboden (via Donat nach Zillis) fortsetzen.

Marschzeit 3 h 20 min

Streckenlänge 8,8 km

Aufstieg 430 m

Abstieg 470 m

Ideale Saison Ganzjährig begehbar (im Sommer verläuft die Wanderung auf etwas anderer Route)

Region Graubünden

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