Sofa-Cervelats

02. Dezember 2014.

Teepause in Oberentfelden. Horst Sager, der Geschäftsleiter der Aargauer Wanderwege, äussert einen interessanten Gedanken. Wandervorschläge in Zeitungen und Zeitschriften würden zwar auf breites Interesse stossen, aber die Leserschaft begnüge sich nicht selten damit, die Beiträge bloss zu lesen, statt die darin beschriebenen Touren auch tatsächlich zu unternehmen. Gedankliches Wandern sozusagen. Mir sind solche Fälle ebenfalls bekannt. Es handelt sich um Sammler, die Tourentipps sauber in Ordnern oder Archivschachteln ablegen (so wie andere Leute mit Kochrezepten verfahren), um sie dort auf ewig zu belassen. In Anlehnung an die „Couch-Potatoes“, die vor dem Fernseher herumfläzen, könnte man von „Sofa-Cervelats“ sprechen. Solche Naturen geniessen eine Wanderung einfach anhand der Beschreibung. Sie benötigen weder Rucksack noch Trekkingschuhe, und auch das Würstebräteln nehmen sie virtuell vor. Mir persönlich ist allerdings die Praxis lieber, als dass ich mich mit antörnender Literatur befasse. Daher machte ich mich nach dem Tee gleich zu einer kurzen Wanderung zwischen Suhren- und Wynental auf. Im Gepäck hatte ich ein völlig überflüssiges Ding, nämlich eine Wanderkarte. So etwas braucht man im Aargau nicht, denn die Wanderwege sind dort schlichtweg perfekt signalisiert.