04. Juli 2016.
Am Wanderweg nach Göschenen
Am Wanderweg nach Göschenen
Seit Jahrhunderten durchqueren Menschen den Kanton Uri auf der Reise in den oder aus dem Süden. Die alten Säumerpfade sind freilich mittlerweile begraben unter den Strassen, die man auch hier genau dort baute, wo es am praktischsten war - also auf bestehenden Trassees. Dennoch kann man das Urnerland wandernd erkunden, zum Beispiel auf der Via Gottardo von Erstfeld nach Göschenen. Die Autobahn ist zwar oft allgegenwärtig, und auch von der Eisenbahn kriegt man einiges mit. Zwischendurch aber gibt es bezaubernde, stille und einsame Orte zu entdecken, an denen es nur Steine, Wasser, Wald und Gras gibt. Später jedoch begegnet man erneut dem europäischen Transportirrsinn.

24. März 2016.
thumb lully Wir unternahmen einen Spaziergang durch das Genfer Hinterland (Lully-Laconnex: Rebberge, Wälder, Wiesen - also viel Grün und Natur) und strandeten am Ziel im Café "Chez le docteur", wo eine Tafel "Apérothérapie" empfahl. Selbiger unterzogen sich im urchig-heimeligen Etablissement einige ältere Herren aus dem Dorf, es ging ja auf Mittag zu. An der Wand stach uns ein Metallkasten ins Auge. Er enthielt 60 regelmässig angeordnete und nummerierte Schlitze. Der "Cagnomatic", wie das klobige Ding heisst, ist ein Kind der 1960er-Jahre. Damals wurde er verschiedenenorts in Dorfbeizen installiert.

03. März 2016.
Bank mit Besen
Bank mit Besen, bei Ardez (Unterengadin)
Winterwander-Recherchen im Engadin Ende Februar 2016. Winter? Die Schneehöhe variierte zwischen 2 cm (Sonnenhang), 10 cm (Schattenhang) und 30 cm (beschneite Piste). Etwas verloren wirkten die Handbesen und die Schäufelchen, die an den meisten Aussichtsbänken angebracht sind. Die Gerätschaften sind eine nette, ja geradezu fürsorgliche Geste: Wenn es frisch geschneit hat und man sich auf der Bank ausruhen möchte, braucht man sich nicht auf den Schnee zu setzen, sondern kann ihn vorher wegbeseln. Dann kam der März und mit ihm nach alter Vorstellung das neue Jahr. In den Dörfern ziehen blaugewandete Kinder mit Kuhglocken umher, besammeln sich zwischendurch und singen Lieder. In Scuol und natürlich auch im "Schellenursli"-Dorf Guarda ist der Chalandamarz eine Art touristischer Event. Dahinter steckt aber mehr, nämlich ein traditionsreicher, seit unzähligen Generationen gepflegter Brauch.