Nach A. gewollt, in B. gelandet

22. Oktober 2015.

Freiheit von gesellschaftlichen Konventionen strebten sie an, die Reformer auf dem Monte Verità. Einen Nachhall dieser Eigenständigkeit spüren Wanderer auch heute, 100 Jahre später: Der Hausberg von Ascona ist nämlich frei von jeglicher Wanderwegsignalisation. Man muss ratend über den Hügel streifen, Karten hin- und herwälzen und sich durchfragen, bis man irgendwann den Sentiero delle Betulle findet. Frohgemut schreitet man aus, doch dann beschreibt der Weg plötzlich eine neckische Schlaufe. Man befragt das GPS-Orakel, guckt ratlos in den Wald, wirft dann leicht genervt die Wanderkarte in den Rucksack und ergibt sich dem Schicksal. Dieses lautet: Vergiss dein Ziel Arcegno, jetzt geht’s nach Brissago.

Tags zuvor war die Signalisation allerdings tadellos: Der Wanderweg von San Bernardo oberhalb Monte Carasso zur taufrischen Monsterhängebrücke über das Tal der Sementina ist neu gebaut und ergo auch neu ausgeschildert. Die Route ist spannend und abwechslungsreich.