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Sommertage im Prättigau

Geschrieben von Andreas Staeger am .

Unklare Perspektive Richtung EU: An der Grenze beim Schlappiner Joch herrschte dichter Nebel. Daher ging ich nur kurz ein paar Schritte nach Österreich hinüber, um dort einen Apfel zu essen. Manche Leute haben diesen Sommer dreiwöchige Bergferien ohne einen einzigen Regentropfen verbracht. Mir war im Prättigau und in der Landschaft Davos ein Kontrastprogramm beschieden. Doch trotz vieler Wolken und einiger Regengüsse gab's ein paar tolle Touren.

Wanderungen:
Klosters-Monbiel
Schlappiner Joch
Sertig
Schatzalp-Stafelalp
Frauenkirch-Davos/Platz

thumb schlappiner joch

Fluchtziel Meglisalp

Geschrieben von Andreas Staeger am .

Weil die Hitze in den Niederungen kaum zum Aushalten war, kam die mehrtägige Recherche im Alpsteingebiet sehr gelegen. Stationiert waren wir in der Meglisalp. Das Appenzeller Sennendörfchen liegt auf einer Hochebene, die fast rundherum von abschüssigen, mit kargen Weiden durchsetzten Geröllhängen umgeben ist. Einzig gegen Norden hin öffnet sich der riesige Kessel. Dort fällt das Gelände über hohe Felswände mehrere hundert Meter zur Seealp ab.

Auf die Meglisalp führt weder eine Strasse noch eine Bergbahn – sie ist einzig zu Fuss erreichbar.

Entdeckungen im Süden

Geschrieben von Andreas Staeger am .

Der Mikro-Saurier im Centovalli begrüsst den Frühling. Nach der Winterstarre ist Leben in die Reptilien zurückgekehrt. Überall auf den Mauern und Wegen raschelt und zischelt es: Echsen wuseln daher und dahin, ab und zu zieht eine scheue Schlange ihre Bahn. Auch unsereins Wandervolk erwacht zu neuem Leben. Es gibt grossartige Geschichten zu entdecken hier im Tessin. Zum Beispiel von einem Auswanderer aus dem Bleniotal, der izum Tod verurteilt worden war, nach einer Amnestie in die Heimat zurückkehrte und hier in bombastischem Wohlstand endete. Oder das Rätsel um die zu Herzen gehende Pietà mitten im Wald oberhalb von Intragna.

thumb eidechse

Neuer Trend: Winterlings-Wanderungen

Geschrieben von Andreas Staeger am .

März 2015 in der Surselva: Auf 1400 m recken die Krokusse ihre Blütenköpfe. Einzelne versprengte Skifahrer, die den Hinweistafeln "Piste gesperrt" weiter oben keinen Glauben schenken mochten, suchen im Gras nach einigen verbliebenen Schneeflecken. Nicht weit davon entfernt färbt blühendes Heidekraut ganze Hänge purpurrot; es sieht aus wie sonst im Sommer. Die Jahreszeiten sind aus den Fugen, und meine Recherchen zum Winterwandern in Flims geraten zumindest fotografisch zum Fiasko. An der Schnittstelle von Winter und Frühling bleibt nur der Kompromiss - die Winterlings-Wanderung. Doch die Sache hat durchaus ihren Reiz. Die Natur ist am Erwachen, auch wenn die Grasböden noch schmutzig-braun wirken. Nach dem endlos langen Herbst ist es vielleicht unausweichlich, dass dieser seltsam matte Winter bereits dem Frühling Platz macht. Wandern funktioniert ja so oder so, zum Beispiel auf Naraus, im Hochtal von Bargis, auf der Senda Sursilvana oder im Flimserwald.

thumb erika