29. September 2014.
Über manche Dinge reden die Menschen irgendwie ungern. Ich zum Beispiel habe das peinliche Bedürfnis, nicht über Grächen zu sprechen. Jetzt muss ich aber trotzdem. Kürzlich habe ich dort eine Wanderung zu unternehmen versucht. Das Unterfangen glückte tatsächlich, allerdings erst, nachdem ich die relativ planlos ins Gelände genagelten Wegweiser zu ignorieren begann und mich nur noch auf Karte und GPS verliess. Die gelben Schilder sind in Grächen «quantité négligeable». thumb schilderwald

13. August 2014.
Schirm, Regenjacke, Regenhose und Pullover blieben gestern ungenutzt im Rucksack, dafür kam wider Erwarten die Sonnencreme zum Einsatz. Der Sommer 2014 ist immer wieder für Überraschungen gut. Die Meteorologen finden ihn allerdings wegen seines unsteten Charakters nicht besonders spassig. Würde es nicht fast täglich regnen, dann gäbe es auch dieses Kleinod im Simmegrund bei Zweisimmen nicht zu entdecken: Über eine Tuffsteinwand rieselt, tröpfelt, rinnt, rauscht und sprudelt Wasser herab, in teils kräftigen, teils hauchzarten Fäden. Das zauberhafte Schauspiel war passender Schlusspunkt zu einer auch sonst sehr reizvollen Wanderung. Die Route: Zweisimmen-Holaasfluh-Rychestei-Zweisimmen. thumb simmegrund

19. Juli 2014.
Wanderrouten verlaufen bekanntlich nicht immer auf Wanderwegen, sondern manchmal auch auf Asphalt- oder Betonstrassen. Die meisten Wanderer (ausser jene mit Kinderwagen oder im Rollstuhl) finden das nicht so toll. Deshalb gibt es ein Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege, das eine Bestimmung zu Wegstrecken mit Belägen enthält, "die für Fussgänger ungeeignet sind". Das Gesetz verhindert, dass Waldsträsschen und Kieswege einfach nach Lust und Laune asphaltiert werden können. Doch die Regelung liess sich eine Zeitlang "kreativ" umgehen, indem die Kiessschicht mit sogenanntem Recycling-Granulat verstärkt wurde.

06. Juli 2014.
Die Suonen im Wallis sind eine tolle Sache. Die ersten dieser traditionsreichen Wasserläufe wurden bereits im Mittelalter gebaut. Noch heute dienen sie der Bewässerung trockener Hänge. Auch für leichte Wanderungen eignen sich die Suonen perfekt, da sie oft von schmalen Fusspfaden gesäumt werden, die kaum Höhendifferenzen aufweisen. Im Hochsommer freilich muss die Route mit Bedacht gewählt werden.

22. Mai 2014.
100 Leute wohnen heute noch in Saxeten. Seit letztem Jahr hat das Berner Oberländer Bergdorf keine eigene Schule mehr. Die Kinder fahren jetzt mit dem Postauto nach Wilderswil. Auf der Rückfahrt ist das Fahrzeug fast leer. Der Chauffeur (er ist nebenbei noch Landwirt und war früher Gemeindepräsident) erzählt Witze. Zum Beispiel: Wenn zwei Saxeter sich begegnen, sagen sie nicht mehr "Salü". Vielmehr fragen sie: "Ist deine Frau noch nicht davongelaufen?"

20. März 2014.
In den 1960-er Jahren wurde in der Schweizer Architektur nicht einzig hochkonjunktureller Schrott fabriziert, wie manche Leute heute noch immer denken. Ein Büchlein des Schweizer Heimatschutzes präsentiert "Die schönsten Bauten 1960-75".

20. Oktober 2013.
Im Wallis gibt es mehrere hundert Wasserleiten - sogenannte Suonen (oder französisch bisses) - , mit denen die trockenen Hänge des Rhonetals seit dem Mittelalter gewässert werden. Ein Museum oberhalb von Sion stellt dieses Kulturgut in zahlreichen Facetten vor.

05. Oktober 2013.
Manchmal gibt's ja ganz schön dreiste Leute. Da haben Bündner Pioniere vor über 100 Jahren eine der schönsten und eindrücklichsten Bahnstrecken der Welt gebaut - die Berninalinie. Sie verbindet das Engadin mit dem norditalienischen Städtchen Tirano. Und wie nennt man dieses grandiose Werk im Süden, ennet der Grenze? thumb nusstorte